Erfahrungen polnischer Zwangsarbeiter*innen aus Łódź bei Telefunken in Ulm 1944–1945 unter Berücksichtigung der medizinischen Versorgung
DOI:
https://doi.org/10.18778/0208-6107.37.03Schlagwörter:
Zwangsarbeit, medizinische Versorgung, Zweiter Weltkrieg, TelefunkenAbstract
In den Jahren 1944–1945 wurden mehr als 1.400 Mädchen und junge Frauen aus der polnischen Stadt Łódź nach Ulm in Deutschland gebracht und zur Arbeit gezwungen. Während ihres Aufenthalts in Ulm waren diese Mädchen schweren Lebensbedingungen ausgesetzt. Dies führte auch zu Krankheiten. Tägliche Entbehrung und Ausbeutung kennzeichneten den Leidensweg dieser Zwangsarbeiterinnen. Ein solches Ausbeutungssystem ist symptomatisch für die späte Kriegsphase, in der die Bemühungen zur Steigerung der Rüstungsproduktion Vorrang vor der Gesundheit ausländischer Arbeiterinnen und Arbeiter hatten. Wir verfolgen in diesem Aufsatz das Ziel, die Erfahrungen der Betroffenen historisch aufzuarbeiten, wobei der medizinischen Versorgung besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird. Wir stellen das Ausmaß der medizinischen Behandlung der Arbeiterinnen vor, deren Ziel primär die Wiederherstellung ihrer weiteren Arbeitsfähigkeit war.
Literaturhinweise
Bogner, Gerhard. “Die Röhre in Ulm.” Funkgeschichte 107 (1996): 63–67.
Bojar-Fijałkowski, Gracjan. “Z zagadnień eksterminacji robotników przymusowych w Trzeciej Rzeszy.” Przegląd Lekarski 1 (1973): 60–64.
Bömelburg, Hans-Jürgen, and Marlene Klatt (eds). Lodz im Zweiten Weltkrieg. Deutsch Selbstzeugnisse über Alltag, Lebenswelten und NS-Germanisierungspolitik in einer multiethnischen Stadt. Osnabrück: fibre Verlag, 2015.
Czerwiakowski, Ewa, and Gisela Wenzel. “Das Schiksal der polnischen Sklaven- und Zwangsarbeiter aus Łódź”. In Hitlers Sklaven. Lebensgeschichtliche Analysen zur Zwangsarbeit im internationalen Vergleich, edited by Alexander von Plato, Almuth Leh, Christoph Thonfeld, 80–90. Wien, Köln, Weimar: Böhlau Verlag, 2008.
Dahlmann, Dittmar, Albert S. Kotowski, Norbert Schloßmacher and Joachim Scholtyseck (eds). Zwangsarbeiterforschung in Deutschland. Essen: Klartext, 2010.
Frewer, Andreas, Karin Gottschalk, Ulrike Mälzig, Ulf Schmidt and Volker Zimmermann. “Zwangsarbeit und Medizin im ‘Dritten Reich’”. Deutsches Ärzteblatt 98 (2001): A2866–A2870.
Herbert, Ulrich. “Einleitung des Herausgebers”. In Europa und der “Reichseinsatz”. Ausländische Zivilarbeiter, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge in Deutschland 1938–1945, edited by Ulrich Herbert, 7–26. Essen: Klartext, 1991.
Heusler, Andreas. Ausländereinsatz. Zwangsarbeit für die Münchener Kriegswirtschaft 1939–1945. München: Hugendubel, 1996.
Heulser, Andreas, Mark Spoerer, and Helmuth Trischler (eds). Rüstung, Kriegswirtschaft und Zwangsarbeit im “Dritten Reich”. München: Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 2010. DOI: https://doi.org/10.1524/9783486709780
Lechner, Silvester (ed.). Schönes, schreckliches Ulm. 130 Berichte ehemaliger polnischer Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, die in den Jahren 1940 bis 1945 in die Region Ulm/Neu Ulm verschlept worden waren. Ulm: Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg, 1997.
Link, Gunther. “Schwangerschaftsabbrüche bei Zwangsarbeiterinnen im Dritten Reich.” Deutsche Medizinische Wochenschrift 126 (2001): 218–220. DOI: https://doi.org/10.1055/s-2001-16311
Lofti, Gabriele. KZ der Gestapo. Arbietserziehungslager im Dritten Reich. Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt, 2000.
Łuczak, Czesław. Polityka ludnościowa i ekonomiczna hitlerowskich Niemiec w okupowanej Polsce. Poznań: Wydawnictwo Poznańskie, 1979.
Łuczak, Czesław. Polscy robotnicy przymusowi w Trzeciej Rzeszy podczas II wojny światowej. Poznań: Wydawnictwo Poznańskie, 1974.
Połomski, Franciszek. Aspekty rasowe w postępowaniu z robotnikami przymusowymi i jeńcami wojennymi III Rzeszy 1939–1945. Wrocław: Zakład Narodowy im. Ossolińskich, 1976.
Radziszewska, Krystyna (ed.). Tonąca Łódź/Das sinkende Boot. Łódź w latach 1939–1945. Łódź: Literatura, 2002.
Radziszewska, Krystyna, and Jörg Riecke (eds). Die Germanisierung von Łódź im Spiegel der nationalsozialistischen Presse (1939–1943). Łódź: Literatura, 2004.
Rusiński, Władysław. Położenie robotników polskich w czasie wojny 1939–1945 na terenie Rzeszy i “obszarów wcielonych.” Poznań: Instytut Zachodni, 1950.
Schäfer, Annette. “Der Einsatz polnischer und russischer Zwangsarbeiter in Ulm 1939–1945.” Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte 59 (2000): 273–299.
Schäfer, Anette. Zur Funktion von Durchgangslagern und Krankensammellagern beim Zwangsarbeitereinsatz im Zweiten Weltkrieg am Beispiel Württembergs. In Medizin und Verbrechen, edited by Christoph Kopcke, 143–162. Ulm: Klemm & Oelschlager, 2001.
Schäfer, Annette. Zwangsarbeiter und NS-Rassenpolitik. Russische und polnische Arbeitskräfte in Württemberg 1939–1945. Stuttgart: Kohlhammer, 2000.
Schley, Jens. “Wie kann man glücklich sein, wenn man das Leiden der Anderen sieht?” Mitteilungen der Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg 53 (2010): 3–4.
Schwarze, Gisela. Kinder, die nicht zählten. Ostarbeiterinnen und ihre Kinder im Zweiten Weltkrieg. Essen: Klartext, 1997.
Seemüller, Ulrich. “Industrie, Gewerbe und Handel”. In Ulm im Zweiten Weltkrieg, edited by Hans Eugen Specker, 189–239. Stuttgart: Kohlhammer, 1995.
Seemüller, Ulrich. “Zwangsarbeiter in der Region Ulm.” Mitteilungen der Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg 60 (2014): 7–8.
Sitarek, Adam and Michał Trębacz. “Drei Städte. Besatzungsalltag in Lodz”. In Gewalt und Alltag im besetzten Polen 1939–1945, edited by Jürgen Böhlen, Stephan Lehnstaed, 299–321. Osnabrück: fibre Verlag, 2012.
Wagner, Jens-Christian. “Zwangsarbeit im Nationalsozialismus. Forschung und Ausstellung.” Mitteilungen der Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg 53 (2010): 4–5.
Wuttke, Walter. “Unter Antastung von Ehre und Ansehen: Amtsarzt Dr. Eduard Schefold”. In Täter, Helfer, Trittbrettfahrer. Band 2: NS-Belastete aus der Region Ulm/Neu Ulm, edited by Wolfgang Proske, 163–169. München and Ulm: Klemm + Oelschläger, 2013.
Zimmermann, Volker (ed.). Leiden verwehrt Vergessen. Zwangsarbeiter in Göttingen und ihre medizinische Versorgung in den Universitätskliniken. Göttingen: Wallstein Verlag, 2007.
Downloads
Veröffentlicht
Ausgabe
Rubrik
Lizenz

Dieses Werk steht unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International.



