Die Geschichte und ihre Schatten. Neuere Generationserzählungen reflektieren eine vielschichtige Vergangenheit
DOI:
https://doi.org/10.18778/2196-8403.2020.03Schlagwörter:
SAŠA STANIŠIĆ, NINO HARATISCHWILI, HERTA MÜLLER, BIRGIT WEYHE, Familienroman, Generationserzählung, Zeitreflexion, Gedächtnis, europäische GeschichteAbstract
Generationserzählungen haben sich in der deutschen Sprache als eine erfolgversprechende, aber auch sehr wandelbare Gattung erwiesen. Der einleitende Beitrag fokussiert auf die Fähigkeit des Narrativs, die deutsche und europäische Geschichte mitzugestalten und auch umzuschreiben. Dabei greifen jüngere Werke Vergessenes und fehlendes Wissen auf und verarbeiten weite Zeiträume imaginativ. Durch ihre vielschichtigen Zugriffe auf die Zeit reflektiert die einschlägige Literatur nicht nur über die Vergangenheit, sondern auch grundsätzlicher über den ästhetischen Umgang mit der Zeit und ihre sprachlichen Darstellungsmöglichkeiten.
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