Die romantische Entzifferung der Welt von CERVANTES bis CALVINO. Über die Wiederkehr der Romantik und ihrer Beziehung zu kollektiven Unbewussten
DOI:
https://doi.org/10.18778/2196-8403.2024.09Schlagwörter:
Romantik, Postmoderne, Ironie, Unbewusstes, ITALO CALVINO, FRIEDRICH SCHLEGELAbstract
Wie wirkmächtig sind die ästhetischen Konzepte der Romantik und welche Gültigkeit haben sie über die Epoche der Romantik hinaus bei literarischen Versuchen, die Welt zu entziffern? Ausgehend von dieser Fragestellung stehen die Transzendentalpoesie der Romantik und das Prinzip der frühromantischen Ironie im Zentrum dieses Beitrags. Ihre Bedeutung allerdings reicht über die Epochengrenzen der Romantik hinaus; das zeigen Vorläufer wie CERVANTES und ebenso postmoderne Autoren, deren poetologischen Programme im engen Zusammenhang mit der frühromantischen Ironie nach der Definition FRIEDRICH SCHLEGELS stehen. Auf dieser Basis wird die These eruiert, inwiefern die selbstreflexiven Momente als Diskussion der Möglichkeitsbedingungen von Kunst die anhaltende Faszination für die Romantik begründen. Eine mögliche Erklärung für die beständige Wiederkehr und Aktualisierung der romantischen Ästhetik im Verlauf der Literaturgeschichte liegt in ihrer Fähigkeit, das Verhältnis des Menschen zur Welt versuchsweise zu fassen. Sie vermittelt somit eine Ahnung von der Schöpfung ebenso wie von unserer Psyche.
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