Ernst Jandls poetisches Konzept der „heruntergekommenen Sprache“ – „den menschen in seiner totalen auflösung zeigen, seinen zeitlebens sich vollziehenden tod“

Autor/innen

  • Anna Gajewska

DOI:

https://doi.org/10.18778/2196-8403.2008.12

Schlagwörter:

Ernst Jandl, 70er Jahre, Lyrik, Sprachspiele, „heruntergekommene Sprache“, lyrisches Ich

Abstract

Der Beitrag befasst sich mit dem weniger beachteten poetischen Konzept Ernst Jandls, das in der zweiten Hälfte der 70er Jahre entstanden ist. Bemerkenswert erscheinen die Gedichte insofern, als sie die Lyrik des Autors, der als Sprachspieler und Sprachclown bekannt wurde, in einem anderen Licht darstellen. In dieser Reihe wendet sich Jandl der düsteren Seite der menschlichen Existenz zu und drückt diese in Form der „heruntergekommenen Sprache“ aus. Der vorliegende Aufsatz stellt eine Probe dar, den Spuren des lyrischen Ich nachzugehen, das zwischen Auflösung und Affirmation schwankt und sich in kurzen affirmativen Momenten als Ganzes zu behaupten versucht.

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Veröffentlicht

2008-12-30

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Zitationsvorschlag

Gajewska, Anna. 2008. “Ernst Jandls Poetisches Konzept Der „heruntergekommenen Sprache“ – „den Menschen in Seiner Totalen auflösung Zeigen, Seinen Zeitlebens Sich Vollziehenden tod“”. Convivium. Germanistisches Jahrbuch Polen, December, 241-60. https://doi.org/10.18778/2196-8403.2008.12.

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