„Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?“ Aggressivität und Gewalt im ‚neuen Dokumentartheater‘

Autor/innen

  • Artur Pełka

DOI:

https://doi.org/10.18778/2196-8403.2010.09

Schlagwörter:

britisches ‚In-Yer-Face-Theater‘, ‚neues Dokumentardrama‘, „Der Kick”, Andres Veiel, Gesine Schmidt, „Amoklauf mein Kinderspiel”, Thomas Freyer, Gewalt, politisch-pädagogische Dimension

Abstract

Aggression bzw. Gewalt gehören seit Beginn der Theaterkunst zu den dominierenden Motiven im dramatischen Diskurs. In den letzten Jahren nahm diese Tendenz, beeinflusst vom britischen ‚In-Yer-Face-Theater‘, zu und fand ihren besonderen Ausdruck im ‚neuen Dokumentardrama‘. Am Beispiel der Theatertexte Der Kick (2005) von Andres Veiel und Gesine Schmidt sowie Amoklauf mein Kinderspiel (2006) von Thomas Freyer, die spektakuläre brutale Gewalttaten dokumentieren, analysiert der vorliegende Beitrag zwei Strategien der Dramatisierung von Aggression und hebt die politisch-pädagogische Dimension des ‚neuen Dokumentardramas‘ hervor.

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Veröffentlicht

2010-12-30

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Zitationsvorschlag

Pełka, Artur. 2010. “„Wer Hat Angst Vorm Schwarzen Mann?“ Aggressivität Und Gewalt Im ‚neuen Dokumentartheater‘”. Convivium. Germanistisches Jahrbuch Polen, December, 153-73. https://doi.org/10.18778/2196-8403.2010.09.